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Die emotionale Autorität

Vom Gefühl beherrscht


Wenn dein Emotionalzentrum in deinem Design aktiviert ist, besitzt du eine emotionale Autorität.
Vermutlich wusstest du das schon, wenn es bei dir so ist.

Es war nicht, nicht zu bemerken.

Vorab deine tiefe Emotionalität ist Teil deines Designs, das bist du, du bist so geschaffen. 
Das ist kein Fehler, kein Makel, im Gegenteil. Solch eine Emotionalität ist schwer zu händeln, aber sie ist ein Geschenk für all die anderen, sich selbst emotional öffnen zu können. 
Du kannst Menschen im Herzen berühren, du kannst ihnen helfen mit ihren Emotionen umzugehen. Emotionen geben unserem Leben die Würze, die Tiefe, alles warum, wieso und wohin sind darin enthalten.

Die Crux mit der emotionalen Autorität ist, dass es enorm wichtig ist, deine Gefühle zu respektieren und sie anzunehmen, aber sie nicht unbedingt auszuagieren. Hinzu kommt die Verwirrung der Konditionierung und des zyklischen Auf und Abs der eigenen emotionalen Welle.

Etwas mehr als die Hälfte der gesamten Menschheit verfügt über ein definiertes Emotionalzentrum, aktuell sind es ca. 51% der Menschen. Es ist das stärkste Motorzentrum für Entscheidungen.

Es ist auch das Zentrum, das am meisten Einfluss nach Außen hat.

Ich selbst habe kein definiertes Emotionalzentrum und mich kann die Emotionalität anderer überfordern, weil mich ihre Emotionen in meinem offenen Zentrum ordentlich manipulieren können. 
Ich kann als Projektor, mit einer zudem offenen Aura, kaum mehr unterscheiden, fühle ich das oder der andere, die anderen. In jedem Fall erwischt mich die fremde Emotion mit voller Wucht.
Daher ist es etwas, das emotional definierte Menschen wissen sollten und darauf achten, dass die andere Hälfte der Menschheit, mit einem nicht definierten, offenen Zentrum von ihrer emotionalen Energie enorm beeinflusst werden.

 
Emotion ist die Königin der menschlichen Gemeinschaft, es geht nichts ohne sie, sie ist die dominierende Kraft. Das bedeutet, wir leben in einer emotionalen Welt, und wir können uns davon niemals loskoppeln.

 
Wir leben in einer emotionalen Welt


Es ist also die mächtigste Autorität auf dem Planeten.
Sie ist die Autorität in Beziehungen, die Autorität in den Familien, die Autorität im Leben. Und es ist die Autorität, weil sie ein Tyrann ist. Das ist die große Kraft dieses Instruments, denn es ist eine unglaubliche Kraft. Und man kann ihr nicht entkommen, da sie die Umwelt kontrolliert.

Emotionale Wesen kontrollieren die Umgebung, sie schaffen ein Raumklima der Befindlichkeit, das ist es, was emotionale Wesen tun. Das ist eine große Verantwortung, über die wir zumeist überhaupt keine Ahnung haben, weil es sehr wenig Bewusstheit über die zugrunde liegenden Mechanismen gibt.


Und keiner mit einem definierten oder undefinierten Zentrum ist frei von Konditionierung.


Wenn wir in dieses Leben kommen


Es ist ebenso eine Herausforderung zu erfahren und zu verstehen, dass meine Gefühle im Ursprung genauso konditioniert worden sind, wie mein Verstand.
Zuerst, ganz am Anfang unseres Lebens und sogar am allermeisten, sind unsere emotionalen Reaktionen geprägt worden: Ängste, Hunger, das Bedürfnis nach Liebe, Aufmerksamkeit, Sehnsucht nach Geborgenheit, Fülle, Wärme alles, was ein Baby elementar zum Überleben braucht. 
Dann lernen wir als Kinder, unbedingt und instinktiv, uns anzupassen, zu funktionieren, wenn wir das bekommen wollen, was wir unbedingt brauchen. 
Und wir lernen in extrem schmerzlicher Weise Gefühle abzuschneiden, zu verdrängen, wenn wir zu sehr, vor allem permanent, verletzt worden sind. Wir verknüpfen bestimmte Erlebnisse und Reaktionen ungut miteinander, die zum Teil ein Leben überdauern, obwohl keine reale Notwendigkeit dafür besteht.
 
Wir suchen uns später Partner, die leider in permanenter Wiederholungsschleife uns ebenso verletzen, missbrauchen, nicht wertschätzen, nur um die alten Muster sichtbar zu machen. 
Sie sind unser Spiegel, unser Verstärker. Doch Beziehungen lassen uns wachsen, öffnen unser Bewusstsein, lösen uns von unserem Ego. Einen Augenblick lang, vielleicht auch länger.
Jeder wiederholt erfahrene Schmerz ist ein Hinweis darauf, dass wir nicht im Fluss unseres Lebens sind, das wir nicht unserer Bestimmung folgen. Das wir uns gegen unsere Entwicklung stellen, dass unser Bewusstsein nicht genug geöffnet ist, freiwillig. 
Es bedeutet einen Mangel an Annahme und Lernbereitschaft.
Es ist keine Strafe. Es ist unsere eigene Wahl.

Angst ist das große Thema. Angst lähmt uns, Angst lässt uns in den niedrigen Schattenfrequenzen festkleben, Angst hindert uns daran zu sein, wer wir sein könnten und wollen. Angst ist ausschließlich in unserem Kopf geboren, ausgelöst durch emotionale Erfahrungen. 
Angst ist ein Gefühl.

So tun als ob

Ich habe ein schlechtes Gefühl, ich bin beunruhigt, aufgewühlt, deprimiert, euphorisch.
Ich darf alles fühlen, alles! Juchee! Welche Intensität mein Leben hat!
Aber meine Gefühle bestimmen mein Leben nicht.
Leichter gesagt als getan.
Ich weiß.

Ich darf alles fühlen, der Twist ist, wie ich meine Gefühle ausdrücke, wie ich sie nach außen bringe. Jedes Gefühl kann zu etwas Wunderbaren oder Zerstörenden werden.
Ich kann Melancholie, Schmerz poetisch ausdrücken. Musikalisch sein, Musik machen oder anhören, mich und andere verzaubern.
Ich kann schreiben, Bilder malen, zeichnen, töpfern, tanzen, ich kann damit die Herzen anderer berühren, sie trösten, ihnen Hoffnung und Freude geben.

Wut kann produktiv umgesetzt werden, sie ist eine enorme Energie. Ich kann etwas erschaffen, statt zu zerstören, statt mich und andere zu verletzten. Ich muss nicht blockieren. Ich darf es rauslassen, ich kann kreieren, bauen, den Garten umgraben, einen Marathon laufen, Möbel schleppen, Gewichte stemmen, neue Projekte starten, 10 Stunden durcharbeiten. 

Wut kann mir Flügel verleihen.

Meine intensiven Gefühle befähigen mich dazu empathisch, mitfühlend zu sein. So kann ich zärtlich, behutsam, fürsorglich zu anderen sein, verständnisvoll, auch zu mir. Ich kann unsere Gefühle würdigen und ihnen Raum geben, sie halten und davon ziehen lassen.

Gefühle haben mal große Schwingen oder zartglitzernde Libellenflügel, sie können federleicht oder tonnenschwer sein, sie können nachtschwarz erdrückend oder fröhlich bunt sein.
Sie sind das, was uns Menschen ausmacht. Das Besondere an uns, das Außergewöhnliche, das Göttliche.

Gefühle sind zutiefst menschlich.

Was wir brauchen, um dem Leben zu folgen, statt uns verschlingen zu lassen, ist eine Balance, einen Zustand der Harmonie. Egal was im Außen für Stürme toben, ich entscheide mich bewusst dazu, der inneren Ruhe und Klarheit zu folgen. Hier im Inneren, im Zentrum meines Herzens bin ich geborgen, sicher, hier ist alles, was ich brauche.

Eine ganze Reihe meiner Gefühle wie Ängste, verletzt zu sein, entbehren der realen Grundlage.
Ich fühle das so, ja, aber es ist überhaupt gar nichts Schreckliches tatsächlich im Außen geschehen.
Es geht nicht darum, die Gefühle zu unterdrücken oder zu leugnen. Nein, ich sehe sie mir an, ich nehme sie an, ich wiege sie zärtlich und dann lasse ich sie liebevoll weiterziehen. 
Sie bestimmen mich ebenso wenig, wie mein Verstand. 
Jede Verletzung im Außen kann transformiert werden. Jetzt wenn wir keine Kinder mehr sind, tragen wir die Verantwortung für unser Wohlbefinden ganz allein. Wir sind keine Opfer.

Wie das geht? Zuerst kommt die allgemeine Bereitschaft. Dann die Annahme von dem, was ist, innen wie außen. Ich respektiere den momentanen Zustand, das Ereignis, das Gefühl. Ich erkenne es an. Ich umarme es. Ich bin bereit dem Leben zu folgen. Ich vertraue. Ich tue so als ob. Ich erfahre Gnade.

Praktisch versuche ich mich zu beruhigen, ich tue etwas, das mir gut tut, angenehm ist.
Ich meditiere, ich gehe spazieren, ich schwimme oder höre Musik, ich bereite etwas zu. 
Ich atme bewusst, ich lenke meine Aufmerksamkeit auf den Augenblick, in meinen Körper, ich gehe aus meinem Kopf heraus. Ich streife mein Gehirn ab.
Ich versuche dankbar zu sein für die Erfahrung. Ich konzentriere mich auf mein Herz, ich spüre die Liebe, die darin wohnt, ich bewege sie und lasse sie alles durchströmen. Ich öffne mich dem Leben und seiner Weisheit.

Drama

Drama bedeutet nicht im Gleichgewicht zu sein.
Drama bedeutet Extreme. Extreme Gefühle. Drama kann mir einzig und allein das Gefühl geben lebendig zu sein. Doch es bindet meine Ressourcen, meine Kraft. Ich verpulvere meine Energie. Ich verliere mich. Ich reibe mich auf. Ich mache mich krank. Ich bin unglücklich.

Drama ist anstrengend. Für mich und andere. Es ist destruktiv. Manchmal köstlich, manchmal zutiefst traurig. Drama ist meine Entschuldigung nicht für mein Leben verantwortlich zu sein.
Drama bedeutet im eigenen Ego gefangen zu sein.

Wenn ich meine Gefühle konstruktiv nutzen will, dann versuche ich sie in etwas Nützliches, das auch anderen dient zu wandeln. Schmerz in Verständnis und Trost. Wut in Schöpferkraft. Angst in Rücksicht, Behutsamkeit. Depression und Melancholie in Kunst, Kreativität.

Die Welle des Auf und Abs

Das Emotional Zentrum ist ein kraftvoller Motor, der Energie erzeugt. Diese Energie ist nicht statisch, sondern bewegt sich wellenartig vom Gipfel in das Tal und zück. 
Diese Wellen, die das Emotionalzentrum durchlaufen, sind vollkommen natürlich, sie sind ein fester Bestandteil deines Wesens.

Das Motorzentrum ist so konzipiert, dass es auf der Basis chemischer Zyklen arbeitet. Menschen mit einem definierten Emotionszentrum sind darauf ausgelegt, das Leben durch diese ständige emotionale Wellenbewegung zu erfahren, die zwischen Freude und Melancholie schwankt. Da die Wellen im Inneren entstehen sind sie kein direktes Resultat von aktuellen Ereignissen. Man kann morgens mit einem Hoch aufwachen oder in ein plötzliches Tief fallen, ohne dass etwas im Außen passiert ist.

Das Solarplexus Zentrum ist motorisiert, was bedeutet, dass es Energie erzeugt und einen tiefgreifenden Einfluss auf den gesamten Energiefluss unseres Körpers haben kann. 
Es spiegelt seine wesentliche Rolle in unserer emotionalen Intelligenz und bei der Definition unserer emotionalen Interaktionen mit der Welt um uns herum wider. 

Die Wellen lehren, dass es keine emotionale Klarheit im Augenblick gibt. 
Die Euphorie und die Depression sind nicht die ganze Wahrheit, sondern nur ein Teil deines inneren Zyklus.
Die Wellen dienen dazu, emotionale Tiefe und Weisheit zu entwickeln. Sie führen zu einem besseren Verständnis des Lebens, wenn man lernt, sie zu "surfen" und nicht versucht, sie zu unterdrücken oder durch schnelle Entscheidungen zu umgehen. 
Es ist wichtig zu verstehen, dass die wahrgenommenen Höhen und Tiefen, die von Gefühlen der Freude und Ekstase bis hin zu Traurigkeit und Verzweiflung reichen, dass diese Wellen vollkommen natürlich sind und kein Hinweis auf emotionale Instabilität.
Sie sind kein Fluch, kein Defekt, sie sind die Art und Weise wie du die Welt wahrnimmst. Sie sind dein Thema, deine Melodie, deine Farbe.


Wie diese Wellen von den Einzelnen erlebt werden, ist ebenso abhängig von ihrem einzigartigen Design. Zum Beispiel könnten einige Menschen hochintensive Wellen reiten, die sie innerhalb kurzer Zeit von intensivem Glück zu tiefer Traurigkeit führen, während andere langsamere und sanftere emotionale Schwingungen erleben.
Die eigene Welle zu verstehen und zu akzeptieren, ist der Schlüssel zu emotionaler Intelligenz und Harmonie. Anstatt zu versuchen, diese Wellen zu kontrollieren oder zu unterdrücken, kann das Erlernen, sie zu reiten und sie als einen natürlichen Teil des eigenen Seins zu sehen, dir helfen deine Emotionen ausgleichend zu navigieren.


Natürlich sind Beziehungen oft intensive, ja, anstrengende Erfahrungen. Du kannst dich fühlen, als wärst du auf einer emotionalen Achterbahn, die sowohl berauschend als auch wahnsinnig anstrengend für dich und die andere Person sein kann. Das Verständnis deiner eigenen emotionalen Welle kann dir jedoch helfen, deine Gefühle und Bedürfnisse besser zu kommunizieren und eine tiefere emotionale Intimität in ihren Beziehungen zu fördern.


Ja, wenn wir unsere Gefühle ehrlich und authentisch teilen und wenn wir sie nicht benutzen, um zu manipulieren und zu kontrollieren, dann kann sich auch der andere emotional öffnen, dann können sie auf das Gegenüber eine heilende und transformierende Wirkung haben.
Es geht um Berührung – innerlich wie äußerlich. Wir können einander berühren. Es ist eine energetische Brücke über die wir Liebe, Inspiration, Trost aber auch negative Gefühle senden können.

Es geht im Allgemeinen darum ein Bewusstsein zu schaffen, dass überhaupt bestimmte emotionale, energetische Zustände existieren, die auf mich selbst und andere wirken und dies in einer sehr spezifischen Art und Weise.
Wir sind kein Opfer unserer Emotionen, wir wählen diesen Zustand, wir sind uns nur nicht bewusst darüber.


Fühlen – Verarbeiten - Handeln


Wir fühlen. Doch es geht eben nicht nur darum Gefühle zuzulassen, zu erkennen, anzunehmen, sondern auch, wie ich sie verarbeite und wie sie meine Entscheidungsfindung beeinflussen.
Deine Emotionen sind nicht primär. Du folgst deinem inneren Zyklus nicht, weil etwas passiert ist, um dich glücklich oder traurig zu machen. Deine Wellen beruhen auf einem inneren chemischen Zyklus, ähnlich wie Hormone funktionieren.

Beobachte dich und deinen persönlichen Zyklus, führe ein Tagebuch, male etwas, gestalte etwas, das dein Empfinden spiegelt. Lerne dich kennen. Finde wilde kreative Ausdrücke für intensive Gefühle.

Entscheidungen brauchen Zeit

Entscheidungen in emotionalen Gipfeln oder Tälern zu treffen, kann zu Bedauern oder Verletzungen führen.

Der häufigste Fehler, für diejenigen mit einem definierten emotionalen Zentrum, ist der Versuch, ihre Emotionen logisch zu erklären oder zu versuchen, sie zu beheben. Dies erzeugt zusätzlichen mentalen Druck, der oft emotionales Unbehagen verstärkt.


Für emotionale Autoritäten ist Warten deine Superkraft. Wenn du wichtige Entscheidungen triffst, die Verpflichtungen von Zeit, Energie oder Ressourcen beinhalten, dann nimm dir Zeit.


Dekonditioniere deinen emotionalen Solarplexus


Ob definiert oder undefiniert, die Dekonditionierung deines emotionalen Zentrums ist entscheidend für deine Ausrichtung und deinen authentischen Ausdruck. 
Wie das geht, wenn du ein definierter emotionaler Typ bist:
Beobachten ohne Urteil 
Beobachte deine emotionale Welle, ohne sofort zu versuchen, sie zu reparieren, zu erklären oder daraus zu handeln. Werde zum Erforscher, Wissenschaftler deiner eigenen emotionalen Muster. Höre auf deine Gefühle mit dem Verstand zu verifizieren.

Das Bedürfnis nach Zeit ehren
Erkenne, dass Warten keine Einschränkung ist, sondern dein Weg zur Klarheit. Triff keine wichtigen Entscheidungen aus emotionalen Gipfeln oder Tälern.

Mich umarmen
Anstatt deine Emotionen als ein Fluch zu sehen, erkenne sie als Quelle der Tiefe, Leidenschaft und Weisheit. Werde zum umsichtigen Navigator. Zum behutsamen Forscher, der geduldig warten kann. Zum fürsorglichen Archäologen der Gefühle.

Wir wollen Gefühle nicht beseitigen, sondern mit ihnen als den Kompass arbeiten, der sie sein sollen. Wenn du dich auf deine emotionale Natur ausrichtest – definiert oder undefiniert – schaltest du ein Niveau von Klarheit, Authentizität und Kraft frei, nicht nur das, was du fühlst, sondern auch, wie du in der Welt auftauchst.
Indem du dein einzigartiges emotionales Design verstehst und ehrst, schaffst du die Grundlage, um wirklich unerschütterlich zu werden.

Es ist immer schwierig zu verstehen, was es tatsächlich bedeutet, sich nicht von seinen Emotionen beherrschen zu lassen und ob das überhaupt möglich ist, wenn wir von einem unermesslichen Schmerz weggerissen werden, wenn wir vor Wut platzen, wenn wir total verliebt unser Herz implodieren lassen. Ja, wir fühlen intensiv, aber wir können die dazugehörigen Handlungen entkoppeln. Wir können bewusst konstruktive, entspannende, heilende Verhaltensweisen, Ausdrücke finden, um die Gefühle anzunehmen und zu transformieren in etwas Wunderbares, auch den Schmerz, auch Angst.

Das Erste, was im Human Design gelehrt wird, ist etwas sehr Grundlegendes zu verstehen: Alles, was man selbst ist, bedeutet, als man selbst Entscheidungen zu treffen und diese richtig zu treffen, indem man seiner inneren Autorität folgt.

Ohne unsere innere Autorität zu erkennen und ihr zu folgen, sind wir nicht in der Lage, als wir selbst zu leben. 

„Mit anderen Worten: Damit emotionale Wesen eine richtige Entscheidung treffen können, eine für sie als Wesen wertvolle Entscheidung, die es ihnen ermöglicht, ihr Leben korrekt als sie selbst zu leben, muss diese Entscheidung ausschließlich auf ihren Gefühlen basieren.“ Ra Uru Hu

Wahrheit & Klarheit


Es ist verwirrend zu sagen, folge deinem Gefühl unbedingt, aber lasse dich nicht davon beherrschen. Deine Gefühle sind nicht real bezogen, aber folge ihnen. Sie sind deine Autorität. 
Du kannst dein Lebensauftrag, deine Wahrheit nur über deine Gefühle herausfinden. 

Es ist sehr wichtig zu verstehen, es gibt keine Wahrheit. Es gibt im Hier und Jetzt keine absolute Wahrheit. Das bedeutet nicht, dass es im Hier und Jetzt keine Aspekte der Wahrheit gibt.
Das Ganze daran, ein emotionaler Mensch zu sein, besteht darin, zu erkennen, dass man Dinge tatsächlich erfasst, indem man sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Im Grunde ist das wirklich ein Geschenk. Das ist ganz anders als bei jemand, der eine Milzautorität hat und spontan ist, etwas nur im Moment erkennen kann und angesichts der Art seiner Autorität akzeptieren muss, was auch immer er in diesem Moment entscheidet. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie in solchen Dingen sehr klar sind. Es bedeutet einfach, dass sie spontan reagieren, was für sie richtig ist.

Ein emotionales Wesen zu sein bedeutet, die Möglichkeit zu haben, Dinge wirklich mit großer Tiefe zu sehen. Beim Umgang mit dem Solarplexus Zentrum geht es nicht um Bewusstsein, sondern um Klarheit. Natürlich bedeutet Klarheit nicht, dass man an einen absoluten Punkt kommt. Das ist eines der schwierigsten Dinge für emotionale Wesen, damit umzugehen. 
Das heißt, sie kommen nie an den Punkt, an dem ihr emotionales System, das in einer Welle arbeitet, ihnen über die Zeit 100 Prozent Sicherheit über irgendetwas gibt.
Du bist sicher als emotionaler Mensch, wenn du wirklich verinnerlicht hast, dass im Hier und Jetzt keine Wahrheit steckt. Denn ein emotionales Wesen kann niemals absolut, absolut klar sein. Deshalb ist Zeit ein so unverzichtbarer Verbündeter für das emotionale Wesen. 

Es geht nicht um dieses „ich bin rational vernünftig“, was diese Leistungsgesellschaft gerne vorgibt zu sein und dies auch von allen anderen, als eine der grundlegendsten Regeln einfordert – sondern wir leben in einem größeren System als dies von Menschen konditionierte, welches eher dazu dient, die meisten Menschen in gefügiger Ängstlichkeit zu benützen. 
Es gibt einen universellen Plan oder nennen wir es kosmische Genetik oder göttliche Schöpfung, danach bekommt jeder genau die Art von Information, Impulsen, für die er geschaffen ist. 
Du kannst nur sehen, hören, nur verstehen und in der deiner Bauart entsprechenden Weise im Fluss des Lebens harmonisch reagieren, also optimal, effektiv, genial, wenn du deinen Typ, deine Autorität respektierst und danach handelt. Das ist nicht vernünftig. Das ist nicht verhandelbar. Es ist die einzige Möglichkeit dein Potenzial liebevoll, mit so wenig Widerstand und damit verbundenen Leid und Schmerz zu entfalten.
 
So folgen wir unserer Bestimmung. Es wird Zeit unsere Sinneswahrnehmung entsprechend zu kalibrieren. Es ist unsere Gebrauchsanleitung, ein Leitfaden, für jeden individuell, immer lesbar.
Eines der wichtigsten Dinge, die emotionale Wesen verstehen müssen, ist, dass es für sie das Natürlichste ist, emotional zu sein. Aber wie sie ihre Entscheidungen treffen, wird entscheiden, ob ihr emotionales Leben ihnen wirklich das bringt, was für sie richtig ist. Und all das hat mit Geduld zu tun.


Weil sich das emotionale System in einer Welle bewegt und weil diese Welle die Art und Weise vorgibt, wie das emotionale Wesen die Welt um sich herum wahrnimmt, wird seine Brille davon gefärbt, wo es sich in seiner Welle befindet. Wenn du am unteren Ende deiner Welle bist, hat alles einen dunklen Schimmer. Alles, was du dir ansiehst, hat diese Qualität. Und natürlich ist das nicht unbedingt die Wahrheit.


Elephant

 

Es kann dir ermöglichen, Aspekte der Wahrheit in allem zu erblicken, sodass du sowohl die dunkle als auch die helle Seite von allem, was da ist, siehst. In Wirklichkeit sammelst du Perspektiven. Und indem du all diese Perspektiven sammelst, baust du langsam, aber sicher ein Komposit auf, und indem du dir die verschiedenen Teile des Bildes anschaust, findest du deine Klarheit. 
Doch bei allem, worüber wir sprechen, sehen und erfahren, Klarheit erlangen bedeutet nicht, die ganze Zeit darüber nachzudenken! Ich bringe mich in einen Zustand, in dem ich die Antwort fühlen kann, nicht mein Kopf sagt, ja, Bingo, das ist vernünftig!
Meine Erfahrung ist, es muss sich einfach für mich stimmig anfühlen. Mein Herz kennt die Antwort. Immer. Ob das andere verstehen, ob das vernünftig, klug oder angebracht ist, ich folge meinem Gefühl, bewusst.


Ich brauche Zeit!


Als emotionales Wesen kannst du sehen, dass Wellen über verschiedene Zeiträume hinweg wirken. Es gibt einige emotionale Situationen, in denen du nicht viel Zeit brauchst, um klar zu sein. Es gibt Situationen oder Beziehungen, in denen es viele, viele Jahre dauern kann, bis du klar bist. Zum Beispiel die Bindungen, die emotionale Wesen zu ihren Familien, zu ihren Eltern, zu ihren Geschwistern oder zu ihren Kindern haben. Diese Prozesse können lange dauern, bevor wirklich Klarheit entsteht.
Was für ein Unterschied wäre es, wenn emotionale Wesen einfach so akzeptieren könnten, dass es für sie im Hier und Jetzt keine Wahrheit gibt. Und diese Geduld wird ihnen außergewöhnliche Belohnungen bringen. 
Das emotionale System ist nicht der Bösewicht, es ist tatsächlich eine wesentliche Zutat im Leben. Es ist unser Antrieb im Leben. Es ist unser Vergnügen im Leben. Es ist das, was uns dazu bringt, hinauszugehen die Ressourcen und das Essen zu finden und es ist vor allem das, was uns Nähe suchen lässt, Gemeinschaft, was uns solidarisch sein lässt und uns engagieren lässt, für die Dinge, die uns wichtig sind.
Und es ist das emotionale System, das uns so gut fühlen lässt, im Körper zu sein, verliebt zu sein, nach einer guten Mahlzeit satt zu sein, was auch immer der Fall sein mag.


Wenn du als emotionales Wesen anfängst, deine emotionale Autorität zu respektieren, wenn du geduldig wirst, ändert sich nicht nur dein Prozess, weil du, als du selbst richtig entscheiden kannst, sondern auch das Leben, aller um dich herum.

Warten, einfach warten, geduldig sein. Folge deinem Rhythmus. Das ist auch Tor/Genschlüssel 5, ehre deinen Zyklus.  Das Wichtigste für dich in deinem Leben ist, ist zu erkennen, dass, wenn du ein emotionales Wesen bist, das du nicht zulassen darfst, dass andere dir diktieren, wann du auf irgendetwas reagierst oder handelst. Das ist elementar wichtig. 
Emotionale Menschen werden ständig zu vorzeitiger Handlung gebracht. Das ist Teil der gesellschaftlichen Konditionierung. Es geht schnell ein schlechtes Gewissen gemacht zu bekommen, wenn man emphatisch ist. Nimm dir deinen temporären Raum. Das darfst du. 
Sage einfach freundlich: „Da möchte ich erst mal drüber schlafen.“ „Das möchte erst mal wirken in mir.“ „Ich fühle mich heute, jetzt gerade, nicht bereit.“ 
Ehre dein Gefühl und du wirst belohnt.

Wir leben in einer emotionalen Welt

Es ist ein großartiges Dilemma, mit dem Solarplexus umzugehen, das ist es wirklich. 
Es ist ein Dilemma, weil er so unglaublich mächtig ist, weil er einen enormen direkten Einfluss auf jene Wesen hat, die ein aktives emotionales System tragen und weil er etwas ist, das mit großer Kraft aus ihnen hervorgeht. 
Nichts hat mehr Einfluss als der Solarplexus. Er hat mehr Einfluss als der Geist, er hat mehr Einfluss als die Identität, es hat mehr Einfluss als die Wurzel und mehr als das Sakral.
Das ist es, was es bedeutet, wir leben in einer emotionalen Welt und wir können uns davon niemals loskoppeln. 


„Das ist Teil des Experiments. Im Laufe der Jahre habe ich beobachtet, wie schwierig emotionale Wesen in ihrem Prozess der Dekonditionierung sind. Es ist ein so leistungsstarker Motor. Es ist manchmal sehr schwierig zu warten. Und doch, jedes Mal, wenn du damit experimentierst, jedes Mal, wenn du über etwas schläfst, bevor du dich entscheidest, jedes Mal, wenn du jemanden wegstößt und sagst: Warte, ich muss das verarbeiten, ich muss darüber nachdenken, was auch immer der Fall sein mag, jedes Mal, wenn du diesen Schritt machst, wird es immer leichter und leichter, deine emotionale Autorität zu ehren und emotionale Klarheit zu finden.
Ich kam mit einem offenen emotionalen System auf die Welt. Ich weiß, was für ein Chaos auf der emotionalen Ebene existiert. Aber ich hatte auch das große Vergnügen, die großartige Erfahrung, mit emotionalen Wesen zusammen zu sein, die klar sind. Und es gibt nichts, wirklich nichts, schöneres als ein emotionales Wesen, das klar ist.“  Ra Uru Hu

 

Herzlichst Eure zonfeld

 

Das Mantra

…warten, geduldig sein mit dir selbst


Fassen wir zusammen:

Ich folge meinen Gefühlen – ich muss meinem Gefühl folgen - wenn ich eine emotionale Autorität habe – das ist nicht verhandelbar.

 

Der sogenannten emotionalen Welle zu folgen, bedeutet das zulassen meiner Gefühle, das Ausloten meines emotionalen Repertoires bis in die äußersten Spitzen, von der tiefsten Talsohle über die himmelstürmenden Gipfel. Ich erlebe, durchlebe sie, ich fühle ganz und gar.

 

Und jetzt zu der ENTscheidung, es geht nicht darum, dass ich mich jetzt endlich beruhigt habe und mein Verstand sich einschalten kann. Es geht genau darum NICHT! Ich werte, bewerte, beurteile mich nicht, nicht was ich fühle. Meine Entscheidung fühlt sich richtig an oder sie fühlt sich falsch an. Sie fühlt sich nicht vernünftig oder blöd an. Das gilt für alle Autoritäten.

 

Der Verstand verifiziert nicht unsere Entscheidungen, die wir mit unseren Autoritäten fällen. Das ist die fatale Konditionierung unserer Kultur.

 

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die sich fast ausschließlich nach dem Verstand ausrichtet. Warum eigentlich? Wenn der Verstand für niemanden die richtige Autorität ist??!

 

Noch einmal, wir denken wir haben Klarheit gewonnen, wenn unser Gefühl und unser Verstand endlich übereinstimmen. Und das ist falsch. Hier arbeite ich gegen meine Autorität, gegen meine Natur, gegen mein bestes, präzisestes, für mein Leben absolut perfekt installiertes Mess-Analyse-Navigationsgerät.

 

Dann haben wir noch das Dilemma, dass die Hälfte der Menschheit über eine emotionale Autorität verfügt, zugleich die Hälfte, dieser Hälfte vermutlich männlich ist und kulturell nicht nur geimpft bekommt rational vernünftig zu denken, wie zu handeln, sondern sich auch seinen Gefühlen nicht hinzugeben. Das ist nach wie vor unmännlich. Du hast dich nicht im Griff! Reiße dich zusammen! Ein Junge weint nicht! Du bist so schrecklich dramatisch! Pfui!

 

Du darfst nicht fühlen!

Du darfst nicht fühlen!

 

Und wenn doch, was hat es für dich bedeutet? Bestrafung? Verachtung? Unnötig verletzbar zu sein. Und ja, es gibt Gefühle, die lassen sich kaum aushalten.

 

Ich will nicht fühlen. Ich darf nicht fühlen. Der Schmerz bringt mich um oder andere.

 

Unterdrückte Gefühle münden zumeist in Antriebslosigkeit und Depression und/oder in einer schrecklichen Wut.

 

Dennoch führt der Weg zum Lebensglück über den Pfad der Authentizität und Balance.

 

Sei du selbst, ganz und gar. Verstümmele dich nicht weiter. Verstelle dich nicht. Respektiere deine Bedürfnisse. Schätze dich wert, sei ehrlich mit dir. Bewerte dich nicht.

 

Suche aktiv nach Möglichkeiten deine Persönlichkeit zu leben und schade niemanden dabei. Auch dir selbst nicht. Gefühle mögen heftig sein, der Ausdruck muss weder zerstörerisch noch destruktiv sein.

 

Lasst euch was einfallen.

 

Gefühle sind körperlich. Will ich meine Gefühle befreien, gehe ich aus dem Kopf und atme bewusst bis in die Zehenspitzen hinein. Der Körper möchte sich spüren, bewegen, sich ausagieren, dabei befreie ich all meine, bis aufs Ärgste bedrängte, verborgenen Emotionen, die wie verschüttete Kriegswaisen frierend im dunklen Kellergewölbe hocken.

  

Ich nehme meine Gefühle wahr, alle, ich muss nichts tun. Ich beobachte. Ich habe Geduld. Meine Gefühle kommen und gehen, es gibt einen mir typischen Rhythmus, ich habe meine Zyklen, ich weiß das. Ich bin entspannt. Ich warte. Klarheit stellt sich ein, wenn ich von meinem Zyklus nicht bevormundet, beherrscht bin.

 

Ich nehme hinter der offensichtlichen Emotion wahr. Ich spüre Klarheit, wenn ich im Auge des Sturms bin. Ich vertraue mir. Hand aufs Herz.

 


ELEPHANT

Emotionale Klarheit ergibt sich aus dem ganzen Bild aller Einzelteile.


Schnelle Entscheidungen bedeuten nicht fühlen zu wollen. Ich halte das nicht aus. Das ist ok. Suche dir einen genußvollen, kreativen Ausdruck. Gehe dem Gefühl auf den Grund, spüre ihm nach.



 

Alle Rechte an den Illustrationen in diesem Artikel  Judith Werner für zonfeld library,

digitale Illustrationen aus der Serie Nr. 0126 "Analyse - Bauhaus Feelings" 2026

 


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