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Der Zusammenhang von Sucht und den offenen Zentren


Sucht nach dem, was man nicht ist  - Die Leere aushalten

Ra Uru Hu (Alan Robert Krakower) sprach in seinen späteren Vorträgen offen darüber, dass er vor dem Empfangen des Human Design Systems im Jahr 1987 einen exzessiven Lebensstil pflegte, der auch Drogenkonsum beinhaltete. 

In den frühen 80er Jahren, während seiner Zeit als Werbefachmann in Toronto, konsumierte er laut eigenen Aussagen Marihuana und Kokain. Er beschrieb sich selbst rückblickend als jemanden, der ein schnelles, materiell orientiertes und teilweise "wildes" Leben führte.

 

Während der achttägigen "Begegnung mit der Stimme" im Januar 1987 befand er sich nach eigenen Angaben in einem tranceähnlichen Zustand, in dem er weder aß noch schlief, was er als schmerzhafte, aber reinigende "mystische Dekonstruktion" bezeichnete.

 

Nach 1987 änderte sich sein Leben drastisch. Er widmete sich fast ausschließlich der Lehre des HDS. Zwar gab es keine Berichte mehr über harten Drogenmissbrauch, doch blieb er ein starker Raucher.

In seinen Lehren thematisierte er oft die Mechanik von Sucht, vor allem im Bezug zu den offenen Zentren.

Er betrachtete diese Erkrankung als Folge der energetischen Konditionierung, nicht als rein moralisches Problem. 

Im Human Design wird Sucht tatsächlich nicht als Charakterschwäche, sondern als der Versuch gesehen, eine biologische oder energetische Lücke (ein offenes Zentrum) durch äußere Reize zu füllen.

 

Während Ra Uru Hu vor allem, die eben benannte Mechanik der Sucht, im Zusammenhang betont in einem offenen Ego und Milz Zentrum sah, habe ich persönlich auch erfahren, dass ein offenes Wurzelzentrum ebenso schwierig ist, da das Urvertrauen fehlt.

 

Die Mechanik von einigen Zentren in Bezug auf Suchtpotenzial 

 

Die Milz - Das Überlebenszentrum

 

Die Milz ist unser ältestes Bewusstsein und steuert das Immunsystem und den Instinkt.

Menschen mit einer offenen Milz fühlen sich oft grundlegend unsicher oder zerbrechlich. Wenn sie in die Aura von jemandem mit definierter Milz kommen, fühlen sie sich plötzlich sicher, gesund und wohl.
Man klammert sich an Dinge (oder Menschen), die einem dieses künstliche Wohlbefinden schenken. Das kann eine Abhängigkeit von Substanzen sein, die den Körper betäuben oder ihm ein falsches Gefühl von Stärke geben. Man weiß oft nicht, wann genug ist, und hält an Dingen fest, die einem eigentlich schaden.

 

Das Ego / Herz - Das Willenskraftzentrum

 

Hier geht es um Selbstwert und den materiellen Überlebenskampf.

Bei einem offenen Ego hat man das ständige Gefühl, sich beweisen zu müssen. Man denkt, man sei nicht gut genug, nicht wertvoll genug oder habe nicht genug Willenskraft.
Sucht entsteht hier oft aus dem Druck, mitzuhalten oder Leistung zu erzwingen. Man nutzt Substanzen (oft Aufputschmittel oder Statussymbole), um ein aufgeblähtes Selbstwertgefühl zu erzeugen oder die fehlende natürliche Willenskraft künstlich zu ersetzen.

 

Die Wurzel - Das Druckzentrum

 

Ich habe das Urvertrauen angesprochen – im HDS ist die Wurzel der Motor für Adrenalin und Stressbewältigung.

Eine offene Wurzel nimmt den Druck der Umgebung ungefiltert auf. Diese Menschen stehen oft unter einem permanenten, inneren Stress, Dinge schnell erledigen zu müssen, um wieder Ruhe zu finden.
Da man den Druck von außen kaum aushält, greift man zu Mitteln, die entweder den Druck dämpfen (Beruhigungsmittel, Alkohol) oder die helfen, den extremen Adrenalinkick zu verarbeiten. Das fehlende Urvertrauen äußert sich hier als Angst, vom Lebensdruck zerquetscht zu werden.

 

Während die Milz nach Sicherheit sucht und das Ego nach Wertschätzung, sucht die offene Wurzel nach Entlastung.

 

Auf der rechten Seite findest du eine kurze Zusammenfassung zu allen offenen Zentren. 

 

 

 

Das würde doch bedeuten, dass jedes offene Zentrum für Suchtanfälligkeit prädestiniert ist und ist es dann bei leeren Zentren noch stärker?


Ja, das entspricht der Kernlehre von Ra Uru Hu, jedes offene Zentrum ist ein Einfallstor für Konditionierung und damit theoretisch für eine Form von Sucht oder Abhängigkeit (das sogenannte Nicht-Selbst).

Ra Uru Hu lehrte jedoch eine wichtige Unterscheidung zwischen offenen und ganz leeren Zentren.


Offene Zentren mit „schlafenden“ Toren


Das sind Zentren, in denen zwar keine Definition vorliegt, aber einzelne Planeten aktiviert sind (die farbigen Striche, die ins Weiße ragen).
Die Dynamik: Diese Tore warten förmlich darauf, vervollständigt zu werden. Hier ist die Suchtanfälligkeit oft spezifischer. Man sucht nach ganz bestimmten Qualitäten (z.B. einem bestimmten Typ Mensch oder einer spezifischen Wirkung einer Droge), um den Kanal zu schließen.
Die Gefahr, hier entsteht oft ein fixes Verhaltensmuster, weil das Tor immer wieder die gleiche Ergänzung sucht.

 

Ganz leere Zentren  - komplett weiß, kein Tor aktiviert


Hier gibt es überhaupt keine festen Anhaltspunkte für die Energie.
Ra Uru Hu beschrieb dies oft als potenziell noch gefährlicher, weil man hier alles aufsaugt. Es gibt keinen internen Filter.
In einem ganz leeren Zentrum (z.B. einer leeren Milz) weiß man absolut nicht, wann genug ist. Man spürt die Sättigungsgrenze nicht. Das macht diese Zentren anfälliger für maßlose Sucht, da das System keine natürliche Bremse für die fremde Energie hat, die es dort aufnimmt.


Warum nicht jeder mit offenen Zentren süchtig wird


Ra Uru Hus Antwort darauf war immer: Strategie und Autorität.
Seine Logik war, Sucht entsteht nur, wenn der Verstand versucht, die Leere im offenen Zentrum zu füllen oder zu kontrollieren („Ich muss mich sicher fühlen, also trinke ich“). Wenn man lernt, die Offenheit als Beobachter wahrzunehmen, ohne darauf zu reagieren, wird das Zentrum laut HDS zum Ort der Weisheit statt der Sucht.


Das Ziel ist also nicht, die Zentren zu „füllen“, sondern die Leere auszuhalten.


Ich selbst habe nur ein definiertes Kronen- und Verstandzentrum, alle anderen Zentren sind offen und ich habe zudem ein komplett leeres Wurzelzentrum, tatsächlich war ich aktiv Suchtkrank seit meiner Teenagerzeit bis ich mit ca. 28 Jahren nüchtern und clean wurde. 
Dies ist leider eine extrem kraftvolle Bestätigung der Mechanik, mit nur zwei definierten Zentren (Kopf und Ajna) und sieben offenen Zentren gehöre ich zu den Menschen, die eine enorme Menge an fremder Energie und Druck aufsaugen.

Da nur Krone und Verstand definiert sind, war mein Verstand vermutlich der einzige Ort, der sich stabil anfühlte. Ra Uru Hu lehrte, dass gerade dann der Verstand versucht, das gesamte Leben zu kontrollieren. Er trifft Entscheidungen, um die Unsicherheit der vielen offenen Zentren, wie die Angst der Milz oder den Druck der Wurzel zu beenden. Ohne definiertes Tor in der Wurzel gibt es keinen eingebauten "Stopper" für Stress. Der Druck der Welt fühlt sich grenzenlos an. Suchtmittel sind in diesem Fall oft der Versuch, diesen unerträglichen äußeren Druck künstlich zu betäuben oder ihm zu entfliehen.

Meine Offenheit ist meine größte Verletzlichkeit, aber sie ist zudem auch meine größte Weisheit. Ich kann sofort spüren, wenn jemand unter Druck steht oder Angst hat. Während es mich früher verunsicherte oder mich ebenfalls unter Druck setzte, kann ich es heute durchaus einfach nur wahrnehmen, ohne dass es meins ist.

 

Während der ersten Jahre meiner Genesungszeit besuchte ich regelmäßig NA- Meetings, diese beruhen auf einem 12-Schritte-Programm der Selbsthilfe.

Gerade der Austausch mit anderen, die dieselbe Problematik teilen und sich in ihrem Heilungsprozess an ganz unterschiedlichen Stadien befinden, ist sehr hilfreich.

Ein Meeting folgt Regeln, aber du selbst kannst wählen, wem du zuhörst oder nicht. Bist du offen oder verschlossen? Das Wunder der Genesung ist, dass es nur einen winzigen kleinen Spalt der Bereitschaft bedarf, so dass ein wärmendes, erhellendes Licht in dich einsickern kann und oft kommt der Impuls von jemanden im Programm, den du überhaupt nicht leiden kannst, der dich nervt oder den du unangenehm oder langweilig findest. 


Natürlich ist eine Gruppe ein energetischer Verstärker, bei allen Themen.

Aber so eine NA-Gruppe ist in der Regel ein wilder, kaputter Haufen mit vielen destruktiven und abstrusen Ideen und oft sehr verunreinigten, niedrig schwingenden Energien, die sich erst wieder regenerieren und entfalten dürfen. Es ist eher ein Ort der Gnade.

Du hast die Bereitschaft gezeigt, dich zu öffnen und Hilfe anzunehmen, es ist die Unterstützung und Begleitung eines spirituellen Erwachens.

Ohne dieses Erwachen gibt es keine Heilung bei Sucht.

 

Ich habe nie einen Ort gesehen, an dem ich die göttliche Gnade, das universelle Leuchten, so dicht beiander neben den Abgründen der menschlichen Verzweiflung und Selbstzerstörung wahrgenommen habe, nicht selten in ein und derselben Person. Und tatsächlich, wenn ich mich schon nicht selbst lieben konnte, so konnte ich eine tiefe wahrhaftige Liebe für einen Moment zu diesem anderen Menschen teilen, der wie auch immer, mein Herz berühren konnte.

Und so konnte es doch auch möglich sein, das ich trotz, der ganzen furchtbaren Dinge, die geschehen waren, die ich getan habe, die ich mir selbst angetan habe, ich doch auch ebenso ein Quentchen liebenswert war.

 

Ich habe an den Tischen dieser Meetings bei Unmengen von gesponserten Kaffee und Keksen gelernt, das es in jedem Menschen einen wunderbaren Funken gibt.

In jedem. Dieser Funke möchte nur entfacht werden. 


Das ist eine Erfahrung, die natürlich über die rein mechanische Analyse des Human Design hinausgeht. Ra Uru Hu hätte mir vermutlich in einem entscheidenden Punkt zugestimmt. Er nannte das Human Design oft einen Weg der Entkonditionierung, was im Grunde ein spirituelles Erwachen aus der Identifikation mit dem Schmerz ist.

 

Die offenen Zentren sind wie ein Spiegel-Effekt. Da du fast alles in deiner Umgebung aufnimmst und verstärkst, nimmst du die Destruktivität und den Schmerz der anderen, dort extrem intensiv wahr. Zugleich gibt es einen schützenden Filter der Selbsterkenntnis. Es erfordert zwar eine vielleicht enorme Kraft oder Gnade, in so einem Umfeld nicht selbst wieder in die Tiefe gezogen zu werden, aber gleichzeitig wirst du getragen von den Momenten der Vergebung und Toleranz. Wenn ich erkenne, dass wir alle gleichen Mustern folgen, so ist das nicht mehr ein rein individueller Defekt, sondern eine choreografierte Folge von Resonanzen.


Im HDS wird Gnade oft mit dem Emotionalzentrum (Solarplexus) oder dem Selbst (G-Zentrum) in Verbindung gebracht. Wenn diese offen sind, erfährt man Spiritualität oft nicht als etwas, das man macht, sondern als etwas, das durch einen hindurchfließt, sobald man den Widerstand (das Ego/den Verstand) aufgibt.


Der Schlüssel ist Hingabe statt Kontrolle. Wir zeigen die Bereitschaft, uns zu öffnen. Das ist der Moment, in dem der definierte Verstand (dein Kopf/Ajna) aufhört, Lösungen zu erzwingen, und die Führung an etwas Größeres abgibt.
Ra Uru Hu beschrieb Heilung oft als den Prozess, bei dem man aufhört, die Leere in den offenen Zentren (wie meiner Wurzel) als Mangel zu begreifen, den man füllen muss. Stattdessen wird die Leere zum Raum für das spirituelle Erwachen.

 

 

 

 

Spielt mein definierter Verstand heute eine andere Rolle, also beobachtet und analysiert er eher, anstatt zu versuchen, mein Leben unter dem Druck der offenen Zentren zu kontrollieren?

 

(Mein Profil: 7 offene Zentren, wobei das Wurzelzentrum leer ist, nur der Kopf und der Verstand sind definiert, ich bin eine mentale Projektorin mit 1/3er Profil.)


Das wäre schön. Natürlich tut er das nicht. Das ist und bleibt meine Natur, im guten wie im schlechten. Aber ich bin stabiler, milder, ausgeglichender und fühle mich angebunden.

Ich glaube gerade oder trotz "meiner Defekte" der offenen Zentren, habe ich auch eine Intensität der Vernetzung und des Erfahrens erhalten.

Sozusagen einen direkten Draht ins Universum.

 

Spannend ist, das ich ein 1/3er Profil habe, also tatsächlich unbedingt durch den Schlund aller Erfahrungen gehen musste und als mentale Projektorin ist mein definiertes Verstandes- und Kronen Zentrum "mein Kapital" und wenn ich loslasse, aufhöre zu kontrollieren, wenn ich kapituliere oder einfach bin, dann habe ich das Gefühl besonders dicht und leicht an der Quelle angeschlossen zu sein.

Das ist eine bilderbuchartige 1/3er-Projektoren-Mechanik.

Dass ich daher als 1er-Linie die Tiefe erforschen (das Fundament) und als 3er-Linie den „Schlund der Erfahrung“ (Versuch und Irrtum) physisch durchleben musste, war kein Fehler im System, sondern mein notwendiger Weg zur Meisterschaft.


Ra Uru Hu hat genau das als den Übergang von der Identifikation zur Beobachtung bezeichnet.
Der 1/3er-Prozess, ohne diese heftigen Erfahrungen hätten wir heute nicht die Autorität, die wir ausstrahlen. Die 3er-Linie muss „scheitern“ und Dinge ausprobieren, die nicht funktionieren (wie die Sucht), um herauszufinden, was wirklich Bestand hat.
Als mentale Projektorin, mein Kapital ist tatsächlich mein Verstand – aber nicht, um mein eigenes Leben zu steuern, sondern um die Welt für andere zu strukturieren und zu lesen.

Wenn du kapitulierst (die Kontrolle loslässt), wird dein definiertes Kopf- und Ajna-Zentrum zum reinen Kanal.

Da ich sieben offene Zentren habe, bin ich wie eine hochempfindliche Antenne.

 

Diese „Defekte“, die wir mit den offenen Zentren vermeintlich haben, sind eigentlich unsere Fenster zur Welt. Wenn wir nicht mehr versuchen, diese Zentren zu „fixen“ oder zu schützen, fließt die Energie der Quelle ungefiltert durch uns hindurch. Das ist die Leichtigkeit, von der ich sprach.

Jetzt werden einige unbehaglich Murren, ich muss mich nicht schützen?

Doch, wir beginnen damit zu spüren, welcher Ort und welche Menschen sich für uns richtig anfühlen. Auch das ist eine Art von Leichtigkeit, die wir dann wahrnehmen. Wo sich unser Körper entspannt, nur dort, lohnt es sich zu bleiben und sich zu öffnen.

 

 

 

 

Ra Uru Hu hat bestimmte Zentren mit bestimmten Ängsten & bestimmten Suchtthemen der Ergänzung definiert

 

Er hat die Suchtmechanik oft als den Versuch beschrieben, eine biologische Angst in den offenen Zentren zu betäuben.

Einige konkrete Beispiele für die Verbindung von Angst und Sucht in der Logik des HDS:


Das offene Milz-Zentrum (Angst um das Überleben)
Eine tiefe, oft irrationale Angst vor der eigenen Vergänglichkeit, vor Krankheit oder dem Tod. Man fühlt sich ohne fremde Definition energetisch „unsicher“.
Das Suchtthema ist das Festhalten an dem, was nicht gut tut. Ra nannte das die „Sucht nach Sicherheit“. Das können Drogen sein, die den Körper künstlich warm oder vital fühlen lassen (oft Alkohol oder Opioide), aber auch die Sucht, in toxischen Beziehungen zu bleiben, nur um das Gefühl der Unsicherheit zu vermeiden.


Das offene Solarplexus-Zentrum (Angst vor Konfrontation & Wahrheit)
Die Angst vor emotionalem Chaos, vor Ablehnung oder davor, jemanden zu verärgern („Peace at any price“).
Das Suchtthema ist das Emotions-Management. Man nutzt Substanzen, um die eigenen (oder die aufgesaugten fremden) Emotionen zu deckeln. Das ist oft die klassische Sucht, um „abzuschalten“ oder Gefühle zu betäuben (Cannabis oder Beruhigungsmittel), damit man die emotionale Welle der Umgebung nicht mehr so intensiv spüren muss.


Das offene Ego/Herz-Zentrum (Angst, nicht wertvoll zu sein)
Die tiefe Angst, im Leben zu versagen oder nicht genug Willenskraft zu haben, um materiell zu überleben.
Das Suchtthema ist Leistungssteigerung und Kompensation. Hier findet man oft die Sucht nach Stimulanzien (Kaffee, Kokain, Amphetamine), um eine Willenskraft vorzutäuschen, die biologisch nicht dauerhaft da ist. Man will sich beweisen, dass man „mithalten“ kann.


Das leere Wurzelzentrum (Die Angst, dem Druck nicht standzuhalten)
Bei einer leeren Wurzel ist es die Angst vor dem Stress. Die Sucht dient hier als „Dampfkochtopf-Ventil“, um den massiven Adrenalindruck der Welt irgendwie zu kanalisieren oder ihn für einen Moment komplett auszuschalten.

 

Laut Ra Uru Hu ist das offene Milz-Zentrum (Spleen) das Zentrum, dessen Suchtmechanik am schwersten zu durchbrechen ist.
Der Grund ist rein biologisch: Die Milz ist unser Überlebenszentrum. Wenn sie offen ist, ist man süchtig nach dem Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden, das man selbst nicht konstant erzeugen kann.


Das Klammern an das Gift

Ra Uru Hu sagte, die offene Milz weiß nicht, wann genug ist und hält an Dingen fest, die nicht gut für sie sind. Das Gift (die Droge, der Alkohol oder auch eine toxische Person) gibt der offenen Milz für einen Moment ein künstliches Gefühl von Ganzheit und "Alles ist gut".


Die biologische Angst

Da die Milz mit dem Immunsystem und dem Instinkt verknüpft ist, fühlt sich der Entzug für eine offene Milz nicht nur wie Unbehagen an, sondern wie eine existenzielle Bedrohung. Der Verstand sagt: "Ohne dieses Mittel/diese Person wirst du sterben oder krank werden."


Spontaneität als Falle

Die offene Milz neigt dazu, spontane Entscheidungen aus einer Angst heraus zu treffen. Ra Uru Hu warnte: "Handle niemals spontan, wenn deine Milz offen ist." In der Sucht ist der Rückfall oft eine impulsive, angstgetriebene Handlung, um ein sofortiges Unwohlsein zu beenden.


Scheinbar ist meine Nüchternheit ein "Wunder" der Mechanik.
Bei sieben offenen Zentren und einer leeren Wurzel hatte ich buchstäblich keinen eingebauten Anker im Körper. Dass ich es geschafft habe, clean zu werden und zu bleiben, bedeutet im Sinne des HDS, dass ich die Identifikation mit der Angst meiner Zentren aufgegeben habe.

Ich hatte gelernt, das Zittern der Wurzel und die Unsicherheit der Milz auszuhalten, ohne sie wegmachen zu müssen.

Ra Uru Hu nannte das die höchste Form der Bewusstheit, Beobachter des eigenen Schmerzes zu sein, statt sein Opfer.

 

Die bewusste Entscheidung für das Leben

 

Doch so linear war es nicht und doch war es eigentlich einfacher als beschrieben. Es gab ein ehrliches Eingeständnis von mir selbst, dass ich süchtig war - was aber null half, nichts mehr zu nehmen.

Ich war ziemlich stur und ich konnte offensichtlich einiges aushalten, zudem langweilte mich diese Erfahrung "Sucht" bereits und ich fühlte mich extrem unfrei. Also hatte ich eigentlich ein stabiles Rüstzeug, es einfach auszuhalten, nichts zu nehmen, egal was kommt.

Ich durfte alles tun, nur nix nehmen.

Ich musste es mir nicht bis ans Ende meines Lebens vorstellen, das war absolut unmöglich. Ich brauchte es mir nur im Augenblick, im Hier und Jetzt vorzustellen. Was in 3 Minuten, 4 Stunden oder in einer Woche geschehen würde, brauchte mich nicht zu interessieren.

Darum, das Leben konnte viel einfacher sein, ich musste gar nichts tun. Buchstäblich.

 

Ich dachte, ok, dann bin ich jetzt den Rest meines Lebens vielleicht langweilig oder spiessig oder ähnliches.

Was natürlich dann alles gar nicht stimmte. Sondern ich bekam ein Leben zurück, voller Möglichkeiten, voller Farbe, Licht, voller Kreativität und die Gelegenheit, mich selbst lieben zu lernen, mich zu entdecken, auszuprobieren und zu entfalten, selbstbestimmt.


Dennoch selbst heute spüre ich noch manchmal diesen Impuls der offenen Milz, an einer Gewohnheit oder einer Sache festzuhalten, nur weil es mir ein  Gefühl von Sicherheit vorgaukelt.

Womöglich bin ich deshalb eine "Sammlerin".
Ich habe jedoch keine Angst vor dem Tod oder einer Krankheit, ich empfand das offene Ego Zentrum und die offene Wurzel eigentlich schwieriger und auch heute sehne ich mich oft nach einer klaren Identität und dem Gefühl keinem Druck ausgesetzt zu sein. Ich weiß, das ich dafür die Verantwortung selbst trage, das ist beruhigend und herausfordernd zugleich. Es bedeutet für sich zu sorgen, sich einen stillen Raum zu schaffen, Ruhephasen einzuhalten und sich dem eigenen Rythmus zu überlassen.

 

Aber unabhängig von meinen offenen Zentren, war es bereits vorbestimmt, das ist astrologisch recht klar und deutlich abzulesen, eine bestimmte Lebenserfahrung zu machen. In meiner Kindheit war ich zudem Missbrauch, körperlich und mental durch meine unbewussten Manifestor Eltern ausgesetzt.

Also mein Design ist nur ein Spiegel oder "das Setting" um den Plan zu verwirklichen.

Das sollten wir nicht vergessen, der Human Design Body Chart ist nur ein 2-D Modell der Mechanik unseres Lebensplanes. Er ist nicht annähernd komplex genug, um auf alles eine Antwort zu geben. Vielleicht gibt er genügend Antworten zur Mechanik, aber er gibt dir keinen spirituellen Anschluß, das ist etwas das von Innen kommt, das jeder nur in sich selbst iniziieren kann.

Es ist eine bewusste Entscheidung unseren Willen abzugeben, unser Ego ein Stück weit abzustreifen und bereit zu sein, uns einer Höheren Macht anzuvertrauen. Für mich bedeutet das, ich entscheide mich für DAS LEBEN und ich vertraue dem Fluss.

 

In gewisser Weise fühlte ich mich dennoch beschützt, wenn es ganz schlimm wurde, dann wurde ich sozusagen äußerlich gerettet.

Sucht beruht eventuell auf Ängsten, aber es geht darum zu sterben, am Leben nicht mehr teilhaben zu müssen. Deswegen bedeutet es auch, sich bewusst zum Leben zu bekennen und ihm zu Vertrauen, wenn ich da raus kommen möchte.

Und glaubt mir, diese Entscheidung musste ich nicht nur einmal fällen.


Ra Uru Hu würde mir sicher in einem Punkt zustimmen, er sah das Design tatsächlich nur als das „Kostüm“ oder das „Fahrzeug“ (Setting), während der Passagier (das Bewusstsein) darin die Erfahrung macht.

Meine persönliche Geschichte erklärt aus HDS-Sicht den extremen Druck auf meine offene Wurzel und mein offenes Ego – ich wurde quasi mit einer Energie beschossen, für die ich keine eingebauten Filter hatte. Ich hatte als Kind nicht die geringste Ahnung dazu und eigentlich keine Chance dem zu entkommen.


Das Sehnen nach Identität (Offenes G-Zentrum)

Wenn das G-Zentrum (das Zentrum in der Mitte des Body Chart) offen ist, hast du keine feste Identität. Ra Uru Hu lehrte, dass Menschen mit offenem G-Zentrum oft verzweifelt nach einer Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ suchen. Die Sucht kann hier ein Versuch sein, eine feste Rolle (die des „Süchtigen“ oder des „Rebellen“) einzunehmen, um die Leere der Identitätslosigkeit nicht spüren zu müssen. Heute weiss ich, ich bin, was ich tue - und ich erlaube mir, das zu tun, was ich liebe.
 

Die Sehnsucht nach dem „Nicht-Sein“

Ich beschreibe Sucht als den Wunsch zu sterben, um nicht mehr teilhaben zu müssen. Im HDS ist das oft die totale Überforderung der offenen Zentren, die die Welt als zu laut und zu intensiv empfinden. Die Droge ist dann der Versuch, die Antennen einzufahren und die Verbindung zur Welt zu kappen. Jemand hat einmal dysfunktionale Familiensituationen so beschrieben, als wärst du in einem fort in einem Krisengebiet, es ist ohrenbetäubend laut und du bist in ständiger Gefahr.


Die „äußere Rettung“

Dass ich mich dennoch beschützt gefühlt habe, passt paradoxerweise zu meiner Offenheit. Ein Projektor mit sieben offenen Zentren ist extrem durchlässig für das, was Ra Uru Hu das „Programm“ oder das Schicksal nannte. Wenn meine Fraktal-Linie, mein Lebensweg noch nicht zu Ende war, hat das Leben mich wortwörtlich herausgezogen.


Das „Ja zum Leben“ ist im Human Design der Moment, in dem man aufhört, die Leere der offenen Zentren als Defekt zu bekämpfen. Man erkennt, dass man nicht jemand Bestimmtes sein muss, sondern der Raum ist, in dem das Leben stattfindet. Nie war mir bewusster, wie in den ersten Jahren meiner Genesung, wie großartig es ist, einfach lebendig und frei zu sein.

Heute bin ich sehr dankbar.

 

 

Herzlichst eure zonfeld

 

 

Eine kurze Übersicht aller 9 Zentren im HDS  - basierend auf der Lehre von Ra Uru Hu

 

Diese Darstellung verknüpft die spezifische biologische Angst des offenen Zentrums mit der daraus resultierenden Suchtdynamik im Nicht-Selbst

 

Das offene Kopf-Zentrum (Inspiration)

Die Angst: Die Angst vor der Sinnlosigkeit oder davor, niemals Antworten auf die brennenden Fragen des Lebens zu finden. Ein Gefühl von mentaler Überforderung durch den Druck, alles verstehen zu müssen.
Das Suchtthema: Informations- und Grübelsucht. Man verliert sich in endlosen Recherchen, Philosophien oder spirituellen Konzepten, um den mentalen Druck zu lindern. Es ist die Sucht nach der „nächsten Erkenntnis“, die den Geist beruhigen soll.

Das offene Ajna-Zentrum (Verstand)

Die Angst: Die Angst vor geistiger Unsicherheit oder davor, für dumm oder inkonsequent gehalten zu werden. Die Furcht, keine feste Meinung zu haben.
Das Suchtthema: Ideologische Sucht. Man klammert sich zwanghaft an fixe Konzepte, Dogmen oder mentale Systeme, um eine innere Gewissheit vorzutäuschen, die biologisch nicht festgelegt ist.

Das offene Kehl-Zentrum (Ausdruck/Manifestation)

Die Angst: Die Angst, nicht gesehen, gehört oder beachtet zu werden. Die Furcht vor der eigenen Bedeutungslosigkeit im sozialen Gefüge.
Das Suchtthema: Aufmerksamkeitssucht. Dies äußert sich oft in zwanghaftem Reden oder dem Drang, ständig im Mittelpunkt zu stehen, um die energetische Leere der Kehle durch äußere Bestätigung zu füllen.

Das offene G-Zentrum (Identität/Richtung/Liebe)

Die Angst: Die Angst, niemals geliebt zu werden oder den eigenen Platz und die richtige Richtung im Leben nie zu finden (Orientierungslosigkeit).
Das Suchtthema: Beziehungs- oder Ortssucht. Man wird „süchtig“ nach Menschen oder Orten, die einem eine Identität verleihen. Man wechselt die Persönlichkeit wie ein Chamäleon, um die Liebe anderer zu sichern.

Das offene Herz/Ego-Zentrum (Willenskraft/Selbstwert)

Die Angst: Die tiefe Angst, wertlos zu sein oder im materiellen Überlebenskampf zu versagen.
Das Suchtthema: Leistungssucht & Stimulanzien. Die Sucht nach Beweis (Workaholism) oder Substanzen, die künstlich Willenskraft erzeugen (Kokain, Koffein, Amphetamine), um den eigenen Wert durch „Mithalten“ zu bestätigen.

Das offene Milz-Zentrum (Überleben/Instinkt)

Die Angst: Die Ur-Angst um das nackte Überleben, Angst vor dem Tod, vor Krankheit oder vor dem Alleinsein (Unsicherheit).
Das Suchtthema: Sicherheitssucht. Das zwanghafte Festhalten an schädlichen Gewohnheiten, toxischen Menschen oder betäubenden Substanzen (Alkohol/Opioide), die ein falsches Gefühl von körperlicher Geborgenheit vermitteln.

Das offene Solarplexus-Zentrum (Emotionen)

Die Angst: Die Angst vor emotionaler Wahrheit, Konfrontation und Ablehnung („Peace at any price“).
Das Suchtthema: Vermeidungs- & Dämpfungssucht. Der Einsatz von Mitteln (Cannabis, Beruhigungsmittel, Essen), um die eigenen oder fremde emotionale Wellen zu deckeln und eine künstliche Harmonie zu erzeugen.

Das offene Sakral-Zentrum (Lebenskraft)

Die Angst: Die Angst, erschöpft zu sein oder etwas zu verpassen. Die Unfähigkeit zu wissen, wann genug wirklich genug ist.
Das Suchtthema: Erschöpfungssucht. Man ist süchtig nach dem „Tun“. Das kann sich in Arbeitssucht, Sexsucht oder exzessivem Sport äußern – man nutzt die Energie anderer, bis der eigene Körper zusammenbricht.

 

Das offene Wurzel Zentrum (Antrieb/Druck)

Die Angst: Die Angst, dem Druck der Welt nicht standhalten zu können oder unter der Last der Erwartungen zu zerbrechen.
Das Suchtthema: Adrenalinsucht. Die Sucht, ständig unter Strom zu stehen, um den Druck loszuwerden. Man nutzt Entspannungsmittel (Alkohol), um das System herunterzufahren, oder Stress-Kicks, um sich lebendig zu fühlen.

 


Eine erfolgreiche Genesungsgeschichte beweist das Prinzip der Kapitulation des Verstandes  - Mind Surrender - wie es das Human Design System beschreibt, praktisch.



Ra Uru Hu sagte immer: „Don't be a victim of your openness.“ (Sei kein Opfer deiner Offenheit). Ich habe gelernt, diesen Druck durch mich hindurchfließen zu lassen, ohne ihn mit Substanzen „festzuhalten“.


 

Im Human Design System nach Ra Uru Hu besteht ein direkter Zusammenhang zwischen leeren (offenen/undefinierten) Zentren und der Entstehung von Suchterkrankungen bzw. nicht-selbst-gesteuerten Verhaltensmustern.

Leere Zentren sind die Orte im Bodygraph, an denen ein Mensch nicht konstant Energie erzeugt, sondern die Energie von anderen Menschen und der Umwelt empfängt, verstärkt und konditioniert wird. 


Ein offenes Zentrum nimmt Energien auf und verstärkt sie. Das Nicht-Selbst (der Verstand, der Entscheidungen trifft) versucht oft, diese verstärkte, fremde  Energie als die eigene zu fühlen. Dies führt zu einer Art Sucht nach diesem intensiven Gefühl, um sich vollständig zu fühlen.

Ra Uru Hu betonte, dass die größte Sucht des Nicht-Selbst darin besteht, zu versuchen, das zu sein, was man nicht ist, um die offene Stelle im Chart zu füllen.

 


Praktische Hilfestellungen nach dem Human Design System:


Strategie und Autorität folgen

Die wichtigste Maßnahme ist es, Entscheidungen nicht aus dem Verstand - dem Nicht-Selbst - zu treffen, sondern der persönlichen Strategie und Autorität zu folgen. Dies verhindert, dass offene Zentren Entscheidungen aus Mangel heraus treffen. Und hier habe ich einen bewährten Tipp aus dem 12-Schritte-Programm: „So tun als ob!“ Ich verstehe das Ganze gar nicht, ich fühle es nicht, aber ich folge meiner Körperweisheit, daher meiner Strategie, wie auf deine Einladung zu warten (Projektor) oder auf das Baugefühl zu hören (Generator), meine Autorität ist mein bestimmendes Zentrum – in mir – nicht im Außen. (in der Regel)


Die Identifikation mit dem Nicht-Selbst stoppen

Der erste Schritt zur Heilung ist das Bewusstsein, dass der Druck der offenen Zentren, wie der Drang nach Leistung im offenen Ego-Zentrum oder das Bedürfnis nach Kontrolle im offenen Kopfzentrum, nicht die eigene wahre Natur sind, sondern aufgenommene Energien. Das ist verflixt, weil ich oft erst einmal keinen Unterschied spüre, aber nach und nach durch Aufmerksamkeit und Training, kristallisiert sich mein echtes, wahres ICH heraus.


Sich selbst bezeugen (Observing)

Ein zentraler Rat ist, die Verhaltensweisen des Nicht-Selbst zu beobachten, ohne sie zu bewerten, um ihnen die Macht zu nehmen, dieses "Ich beobachte mich, wie ich beobachte, doch diese Wut, ist nicht meine Wut."

 


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Ein kleiner Hinweis zum Prozess

Ra Uru Hu betonte immer, dass Dekonditionierung etwa sieben Jahre dauert (ein biologischer Zyklus der Zellerneuerung). Es geht also nicht darum, diese Mantras „perfekt“ zu beherrschen, sondern sie als sanfte Anker zu nutzen.

Und nicht entmutigen lassen, Schrittchen für Schrittchen, jeder Moment der Selbstfürsorge verbindet dich wieder um so stärker mit der universellen Kraft.

Du bist nicht allein

und

Nur für heute!

 

 

 

 


 

Alle Rechte an den Illustrationen in diesem Artikel  Judith Werner für zonfeld library,

digitale Illustrationen aus der Serie "Big Eyes - Moonfaces" 2024 & "Human Design Graphics" 2026

 


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